| Großbrand
Schuhfabrik Baltes |
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Zeitungsbericht aus der Heinsberger Zeitung vom
6.11.1985
Feuer verwüstet
Schuhfabrik
Fünf Millionen Mark Schaden
135 Wehrleute im Einsatz-Produktion seht
bis auf weiteres still
von Willi Plum
Heinsberg - Porselen.
- Ein Bild der Verwüstung bot gestern morgen die Schuhfabrik Theo Baltes in
Porselen: Ein Großfeuer hatte in der Nacht zum Dienstag beinahe den gesamten
Produktions- bereich in Schutt und Asche gelegt. Nach ersten Schätzungen der
Feuerwehr beläuft sich der Sachschaden auf Rund fünf Millionen Mark.
Das Feuer war
gegen 3.25 Uhr von einer Bewohnerin eines der Häuser in der Nachbarschaft
der Fabrik entdeckt und bei der Feuerwehrzentrale mit der lapidaren
Bemerkung "Beeilen Sie sich, die Schuhfabrik Baltes brennt" angezeigt
worden. Schon kurz nach der Alarmierung der örtlichen Löscheinheit stellte
sich heraus, daß der Brand nur durch einen Feuerwehrgroßeinsatz in den Griff
zu bekommen sei.
19 Feuerwehrfahrzeuge
Knapp ein
Dutzend Wehren, die zum Teil aus den Bereichen der Städte Geilenkirchen,
Hückelhoven und Erkelenz sowie der Gemeinde Waldfeucht anrückten, waren
schließlich mit 135 Männer und 19 Fahrzeuge am Einsatzort vertreten.
Herbeigerufen werden mußten auch die Schlauchkraftwagen aus Kirchhoven und
Erkelenz, da die zur Verfügung stehenden Wasserleitungen im Bereich der
Rurtalstraße nicht ausreichten und zur Sicherstellung der Lösch- arbeiten
drei Versorgunsleitungen mit einer jeweiligen Länge von 1200 Metern zur Wurm
gelegt werden mussten. Bis in die Morgenstunden hinein hatten die Wehrleute,
die unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Leo Laprell und seinem
Stellvertreter Helmut Küppers standen, alle Hände voll zu tun um die
Flammen, die im Obergeschoß des Fabrikationsgebäude wüteten, in den Griff zu
bekommen. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch aufkommende Windböen, die
gefährlichen Funkenflug verursachten.
Ein Übergreifen des Feuers auf die Büroräume, das Untergeschoß der Fabrik
und auf benachbarte Gebäude konnte jedoch verhindert werden. Leicht
beschädigt wurde lediglich die Gaststätte Seibel; allerdings nicht durch
Feuer, sondern durch herabstürzendes Fassadenteile.
Schadstoffmessungen
Da das Farb- und Lacklager der Schuhfabrik durch Flammen bedroht war, wurden
Messungen über eine mögliche Schadstoff Belastung der Luft durchgeführt. Sie
führten jedoch zu keinen bedenklichen Ergebnissen. Die Feuerwehr vermutet,
daß durch die relativ hohe Windgeschwindigkeit schädliche Gase rasch so
stark verweht worden sind, daß sie keine Gefährdung für die Bevölkerung
darstellten.
Leicht verletzt wurde indes ein Feuerwehrmann. Bei einem Versuch, ein
Fenster im Erdgeschoß der Fabrikhallen zu öffnen, zog er sich Schnittwunden
und einen Knochenanbruch an der rechten Hand zu. Er wurde zur ambulanten
Behandlung ins Heinsberger Krankenhaus gebracht.
Gegen 8 Uhr morgens waren die Flammen so weit abgelöscht, daß die
auswärtigen Löscheinheiten sich auf den Heimweg machen konnten. Zurück blieb
die Porselner Wehr, die mit den Nachlöscharbeiten den ganzen Dienstag über
beschäftigt war. Zur Ermittlung der Brandursache wurde die Heinsberger
Kriminalpolizei hinzugezogen. Mit Resultaten konnten die Beamten bis gestern
mittag allerdings nicht aufwarten.
Arbeitsplätze nicht
gefährdet
"Wie`s weitergeht, kann ich jetzt noch nicht sagen!" Klar ist für Walter
Baltes, den Mitinhaber der Firma, jedoch eines: Produziert werden kann
zunächst einmal nicht mehr. Zwar sei ein Teilbereich für Herstellung der
Militär- und Sicherheitsschuhe, die in Porselen gefertigt wurden, unversehrt
geblieben. Damit könne der Betrieb jedoch keinesfalls wieder aufgenommen
werden. Die Geschäftsleitung versichert allerdings, daß eine Gefährdung der
200 Arbeitsplätze nicht bestehe. Auch sei man gegen Lohnausfall aufgrund von
Feuerschaden versichert. Im übrigen, so Walter Baltes, müsse man nun erst
einmal abwarten, was die Versicherung zu dem Schaden sage.